Afrikanische Schweinepest (ASP): Dynamisches Seuchengeschehen Teile der Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms betroffen

Anfang Juli hat die Afrikanische Schweinepest Rheinland-Pfalz erreicht. Nach einem ersten durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigten Fall im Kreis Alzey-Worms, hat die dortige Kreisverwaltung die durch die in Hessen aufgetretene ASP-Fälle bereits bestehende infizierte Zone ausgeweitet (09.07.2024) und um eine kleinere Kernzone ergänzt (09.07.2024). Im benachbarten Landkreis Mainz-Bingen wurde bei einem Wildschwein, das im Oppenheimer Wäldchen gefunden wurde, die ASP festgestellt. Die aufgrund der hessischen Fälle bestehende infizierte Zone wurde erweitert (12.07.2024) und eine enger gefasste Kernzone eingerichtet (12.07.2024). Mittlerweile gibt es im Landkreis Alzey-Worms 4 bestätigte Fälle und im Landkreis Mainz-Bingen 1 bestätigter Fall (Stand: 18.07.2024). Aktuelle Fallzahlen und weitere Informationen zur ASP sind auf der Sonderseite des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums abrufbar.

Um eine Weiterverbreitung der ASP zu verhindern, wird neben verschiedenen anderen Maßnahmen, derzeit auch der Bau eines Elektrozaunes direkt entlang der Bahnlinie Nackenheim bis nach Worms geplant. Folgende Gemarkungen sind betroffen: Nackenheim, Nierstein, Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe, Guntersblum, Alsheim, Mettenheim, Bechtheim, Osthofen, Worms-Herrnsheim (die jeweiligen Ortslagen werden ausgespart). Der Bau soll binnen weniger Tagen starten und zügig abgeschlossen werden.
Das Aufstellen wird durch ein externes Unternehmen durchgeführt, das im Anschluss auch eine regelmäßige Kontrolle der Funktionsfähigkeit gewährleistet. Sobald der Zaun errichtet wurde, ist darauf zu achten, dass er nicht irrtümlich bei der Bewirtschaftung beschädigt und damit die Schutzfunktion gefährdet wird.

Im Landkreis Alzey-Worms wurde eine Kernzone (Gemeinden Gimbsheim und Eich) eingerichtet und eine entsprechende Allgemeinverfügungen veröffentlicht. Darüber hinaus wurde die bereits bestehende Allgemeinverfügung für die infizierte Zone angepasst.

Karte Kernzone + infizierte Zone Alzey-Worms

 

Welche Maßnahmen gelten in der infizierten Zone im Landkreis Alzey-Worms?
    • Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unverzüglich der Kreisverwaltung zu melden.
    • Verbringungsverbot für Schweine in das Gebiet hinein und aus dem Gebiet heraus.
    • Allgemeines Bejagungsverbot.
    • Hunde müssen angeleint werden.
    • Gras, Heu und Stroh, das in der infizierten Zone gewonnen wurde, darf nicht als Futter, Einstreu oder Beschäftigungsmaterial für Schweine verwendet werden sofern es nicht mindestens sechs Monate vor der Festlegung der infizierten Zone gewonnen wurde, vor der Verwendung mindestens für sechs Monate vor Wildschweinen sicher geschützt gelagert oder für mindestens 30 Minuten einer Hitzebehandlung bei mindestens 70° C unterzogen wurde.
    • Für Ackerbau, Weinbau und Obstbau gibt es bislang KEINE Einschränkungen (also weder Einschränkungen in der Bewirtschaftung noch bei der Ernte).

 

Die vollständige und ausführliche Auflistung der geltenden Maßnahmen ist der aktuellen Allgemeinverfügung für die infizierte Zone zu entnehmen:

Welche Maßnahmen gelten in der Kernzone im Landkreis Alzey-Worms?

Die Kernzone ist Bestandteil der infizierten Zone und betrifft die Gemeinden Gimbsheim und Eich. In dieser Zone gelten über die erlassenen Maßnahmen der infizierten Zone hinaus folgende Anordnungen:

    • Zur Abgrenzung der Kernzone wird ein mobiler Zaun errichtet.
    • In Flächen mit Ölsaaten, Getreide, Gemenge sowie Eiweißpflanzen und Leguminosen einschließlich aller bodendeckenden Kulturen, die keinen unmittelbaren Blick auf den Boden erlauben, bedarf es einer Genehmigung der zuständigen Behörde für maschinelle Bearbeitungsmaßnahmen und Ernten.
      Eine Genehmigung für das Mähen von Grünland oder die Ernte von Getreide, Ölsaaten sowie Eiweißpflanzen und Leguminosen in der Kernzone gilt unter der Erfüllung der Voraussetzungen als erteilt, wenn die Fläche am gleichen Tag unter geeigneten Witterungsbedingungen, mittels Drohne auf das Vorhandensein von Wildschweinen und Wildschweinkadavern sowie Teilen davon abgesucht worden sind.

Liste der Drohnenpiloten Rheinland-Pfalz mit Kontaktdaten

Anforderung an das Absuchen der Fläche mittels Drohne:

    • Der Drohnenpilot muss im Besitz eines gültigen Drohnenführerscheins sein und die entsprechende Fachkenntnis besitzen.
    • Das von der Drohnenführung übergebene Flugprotokoll ist von der Auftraggeberin / dem Auftraggeber aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Ist die Erstellung eines Flugprotokolls nicht möglich, ist eine Bestätigung über die durchgeführte Drohnensuche mit dem Ergebnis der Suche (Name, Kontaktdaten, Datum, Schlagnummer und Ergebnis des Abflugs) festzuhalten.

Musterbestätigung Drohnensuche ASP

    • Die einzusetzende Drohne muss hierbei über eine Wärmebildtechnik von mindestens 640 x 512 Pixel verfügen.
    • Im Falle der Heuernte ist für die auf die Mahd folgenden Tätigkeiten (wenden, pressen) keine weitere Drohnensuche erforderlich.

Die Auflagen für die Kernzone wurden in einer Allgemeinverfügung veröffentlicht:

Welche Auswirkungen der aktuelle ASP-Fall in einem Hausschweinebestand im hessischen Biebesheim am Rhein haben wird, bleibt abzuwarten. Die Tiere wurden unter tierärztlicher Aufsicht getötet. Die Überwachungszone (zehn Kilometer) wird bis nach Rheinland-Pfalz reichen.

 

 

Im Landkreis Mainz-Bingen wurde eine Kernzone eingerichtet die folgende Städte und Gemeinden anteilig betrifft: Guntersblum (östlich der B9), Ludwigshöhe (östlich der B9), Dienheim (östlich der B9) und Oppenheim (östlich der B9). Darüber hinaus wurde die bereits bestehende Allgemeinverfügung für die infizierte Zone angepasst.

Karte Kernzone + infizierte Zone Mainz-Bingen

 

Welche Maßnahmen gelten in der infizierten Zone im Landkreis Mainz-Bingen?
    • Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unverzüglich der Kreisverwaltung zu melden.
    • Verbringungsverbot für Schweine in das Gebiet hinein und aus dem Gebiet heraus.
    • Allgemeines Bejagungsverbot.
    • Hunde müssen angeleint werden.
    • Gras, Heu und Stroh, das in der infizierten Zone gewonnen wurde, darf nicht als Futter, Einstreu oder Beschäftigungsmaterial für Schweine verwendet werden sofern es nicht mindestens sechs Monate vor der Festlegung der infizierten Zone gewonnen wurde, vor der Verwendung mindestens für sechs Monate vor Wildschweinen sicher geschützt gelagert oder für mindestens 30 Minuten einer Hitzebehandlung bei mindestens 70° C unterzogen wurde.
    • Für Ackerbau, Weinbau und Obstbau gibt es bislang KEINE Einschränkungen (also weder Einschränkungen in der Bewirtschaftung noch bei der Ernte).

Die vollständige und ausführliche Auflistung der geltenden Maßnahmen ist der aktuellen Allgemeinverfügung für die infizierte Zone zu entnehmen:

Welche Maßnahmen gelten in der Kernzone im Landkreis Mainz-Bingen?

Die Kernzone ist Bestandteil der infizierten Zone und betrifft Teile der Gemeinden und Städte Guntersblum (östlich der B9), Ludwigshöhe (östlich der B9), Dienheim (östlich der
B9) und Oppenheim (östlich der B9). In dieser Zone gelten über die erlassenen Maßnahmen der infizierten Zone hinaus folgende Anordnungen:

    • Zur Abgrenzung der Kerngebiets und weiterer Flächen im Kerngebiet werden mobile/feste Absperrungen errichtet.
    • In Flächen mit Ölsaaten, Getreide, Gemenge sowie Eiweißpflanzen und Leguminosen einschließlich aller bodendeckenden Kulturen, die keinen unmittelbaren Blick auf den Boden erlauben, bedarf es einer Genehmigung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen für maschinelle Bearbeitungsmaßnahmen und Ernten.
      Eine Genehmigung für das Mähen von Grünland oder die Ernte von Getreide, Ölsaaten sowie Eiweißpflanzen und Leguminosen in der Kernzone gilt unter der Erfüllung der Voraussetzungen als erteilt, wenn die Fläche am gleichen Tag unter geeigneten Witterungsbedingungen, mittels Drohne auf das Vorhandensein von Wildschweinen und Wildschweinkadavern sowie Teilen davon abgesucht worden sind.

Liste der Drohnenpiloten Rheinland-Pfalz mit Kontaktdaten

Anforderung an das Absuchen der Fläche mittels Drohne:

    • Der Drohnenpilot muss im Besitz eines gültigen Drohnenführerscheins sein und die entsprechende Fachkenntnis besitzen.
    • Das von der Drohnenführung übergebene Flugprotokoll ist von der Auftraggeberin / dem Auftraggeber aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Ist die Erstellung eines Flugprotokolls nicht möglich, ist eine Bestätigung über die durchgeführte Drohnensuche mit dem Ergebnis der Suche (Name, Kontaktdaten, Datum, Schlagnummer und Ergebnis des Abflugs) festzuhalten.

Musterbestätigung Drohnensuche ASP

    • Die einzusetzende Drohne muss hierbei über eine Wärmebildtechnik von mindestens 640 x 512 Pixel verfügen.
    • Im Falle der Heuernte ist für die auf die Mahd folgenden Tätigkeiten (wenden, pressen) keine weitere Drohnensuche erforderlich.

Die Auflagen für die Kernzone wurden in einer Allgemeinverfügung veröffentlicht:

 

Es gibt zwar derzeit kein generelles Bewirtschaftungs- und Ernteverbot in den infizierten Zonen, dennoch wird seitens des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums dringend angeraten, folgende Empfehlungen umzusetzen:

  • Bei der Bewirtschaftung sollte unbedingt darauf geachtet werden, das Schwarzwild in den betroffenen Gebieten nicht zu stören und zu versprengen.
  • Vor der Ernte sollten Flächen mit Drohnen und Wärmebildkameras abgeflogen werden.

Liste der Drohnenpiloten Rheinland-Pfalz mit Kontaktdaten

  • Werden lebende Wildschweine auf zu beerntenden Flächen gefunden, soll die Ernte so erfolgen, dass die Tiere möglichst ruhig in ihre Einstände wechseln und die Rotten nicht gesprengt werden.
  • Die Sichtung der lebenden Wildschweine sollte dem Veterinäramt des Kreises im Restriktionsgebiet gemeldet werden.
  • Wird ein Wildschweinkadaver gefunden, ist der Kadaverfund unverzüglich dem Veterinäramt zu melden, damit dieser auf ASP beprobt und unschädlich beseitigt werden kann.
  • Der Kadaver soll nicht berührt oder in seiner Position verändert werden.

Sensibilisierung von Saisonarbeitskräften

Landwirte, Obstbauern und Winzer, die Saisonarbeitskräfte beschäftigen, sollten nach wie vor darauf achten, dass diese keine Lebensmittel tierischen Ursprungs aus dem Heimatland mitbringen und Speisereste immer „wildschweinsicher“ entsorgt werden.

Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, deutsch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, polnisch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, rumänisch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, ukrainisch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, ungarisch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, kroatisch
Informationsblatt ASP Saisonarbeitskräfte, bulgarisch