Liebe Mitglieder des landwirtschaftlichen Berufsstandes,
die bevorstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 ist eine Weichenstellung für die Rahmenbedingungen, unter denen die rheinland-pfälzische Landwirtschaft und der Weinbau in den kommenden Jahren arbeiten werden.
Landespolitik gestaltet Agrarpolitik aktiv mit. Die Bundesländer wirken über den Bundesrat an Gesetzgebungsverfahren mit, setzen europäisches Recht – etwa im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) – um und gestalten deren Umsetzung maßgeblich mit. Darüber hinaus entscheiden die Länder über die konkrete Ausgestaltung vieler Förderprogramme, über Umwelt- und Agrarumweltmaßnahmen, Investitionsförderungen, Flächennutzungsregelungen sowie über Verwaltungsverfahren. Die Landespolitik beeinflusst ganz konkret die Wettbewerbsfähigkeit unserer landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betriebe und die Zukunftsfähigkeit unserer ländlichen Räume. Diese Wahl hat daher direkte Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit.
Landwirtschaft ist auf Planungssicherheit angewiesen: Investitionen in Gebäude, Maschinen oder Flächen sind unternehmerische Entscheidungen, die Kapital über viele Jahre binden. Zugleich tragen viele Betriebe Verantwortung über Generationen hinweg. Zudem sind unsere heimischen Betriebe eng eingebunden in europäische Förderstrukturen, internationale Märkte und regionale Wertschöpfungsketten. Um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, sind Veränderungen unerlässlich. Aber extreme politische Richtungswechsel wirken gegen Betriebe, die langfristig investiert und sich wirtschaftlich vernetzt haben.
Diese Gegebenheiten setzen stabile und verlässliche politische Rahmenbedingungen voraus. Sie entstehen dort, wo Entscheidungen transparent, kontrollierbar und berechenbar getroffen werden.
Demokratische Strukturen sichern Eigentum, sorgen für Vertragssicherheit und europäische Zusammenarbeit und bilden damit das Fundament wirtschaftlicher Stabilität. Ich möchte Sie daher bitten, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Informieren Sie sich umfassend und prüfen Sie Wahlprogramme nicht nur auf einzelne Punkte, sondern schauen Sie sich auch das Gesamtbild an. Unsere Betriebe brauchen heute und für die nächsten Generationen Verlässlichkeit. Danach sollten wir unsere Entscheidung ausrichten.
Ihr
Eberhard Hartelt
Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V.

