„Wir wollen Planungssicherheit und Wertschätzung!“ Mahnfeuer von Südpfälzer Landwirten und Winzern

(BWV) Mainz. Um über die aktuelle Situation des Berufsstandes zu informieren, hatte der Ortsverein Herxheim des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) gemeinsam mit dem Team Südpfalz der Initiative Land schafft Verbindung (LsV) am 7. März 2020 zu einem Mahnfeuer geladen. Ziel der Veranstalter war es, mit Bürgern, Politkern und Pressevertretern ins Gespräch kommen – ganz nach dem Motto „Miteinander reden, statt übereinander!“ Mit Erfolg: Mehr als 130 Personen nutzten die Gelegenheit zum Dialog.

Matthias Detzel, Vorsitzender des Bauernvereins Herxheim, formulierte die Anliegen seiner Berufskollegen. Die Landwirte und Winzer der Region wollen ihre Branche aktiv mitgestalten und zukunftsfähig aufstellen. Dazu sei es aber absolut notwendig, Vertreter des Berufsstandes als Fachleute von Anfang an in agrarpolitische Entscheidungsprozesse einzubinden. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen die Grundlage für Gesetze und Verordnungen bilden und nicht ideologische Überzeugungen oder gesellschaftlicher Mainstream.

Von existenzieller Bedeutung für eine langfristig handelnde und in Generationen denkende Branche wie die Landwirtschaft ist Planungssicherheit. Die Düngeverordnung, die bereits zwei Jahre nach Inkrafttreten noch einmal verschärft werden soll, ist dabei ein absolutes Negativbeispiel innerhalb der Agrarpolitik der Bundesregierung und steht stellvertretend für viele andere Gesetzesinitiativen, die den Agrarstandort Deutschland gefährden. Die von der Gesellschaft geforderte regionale Lebensmittelproduktion kann auf diesem Wege nicht gewährleistet werden. Auch ein damit einhergehender Anstieg des Imports von Lebensmitteln, die in den Herkunftsländern teilweise unter erheblich niedrigeren ökologischen und sozialen Standards produziert werden, ist nicht im Sinne einer nachhaltigen Erzeugung.

Unabhängig von politischen Entscheidungen, appellierten die Landwirte und Winzer an jeden einzelnen Verbraucher, gesunden Lebensmitteln, die unter höchsten Produktionsstandards und naturverträglich produziert werden, eine größere Wertschätzung entgegenzubringen – ideell, aber auch monetär an der Ladenkasse. Darüber hinaus bestehe der Wunsch nach einer größeren Anerkennung der vielfältigen Leistungen der Agrarbetriebe über die Versorgung mit Lebensmitteln hinaus, von denen die gesamte Bevölkerung profitiere.

Zum Mahnfeuer war auch Thomas Hitschler, Bundestagsabgeordneter der SPD, gekommen. Er zeigte Verständnis für den Unmut in der Landwirtschaft. Gerade in einer schwierigen Phase sei es wichtig, dass man im Gespräch bleibe. Ebenfalls vor Ort war der Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt. Er sagte der Branche seine Unterstützung zu. Auch Kommunalpolitik könne und müsse dazu beitragen, dass Landwirte und Winzer eine Zukunft haben.