Verbreitung der ASP unbedingt verhindern Handlungsprogramm Schwarzwild veröffentlicht

(bwv) Mainz. Nach seiner Überarbeitung wurde das „Handlungsprogramm zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände und zur Absenkung des Risikos einer Ausbreitung von Tierseuchen“ für das Jagdjahr 2020/2021 veröffentlicht. Durch die Bejagungsempfehlungen für Rheinland-Pfalz, an denen auch die Fachgruppe Jagdgenossenschaften im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. mitarbeitet, sollen u.a. Schwarzwildschäden in der Landwirtschaft und im Weinbau verringert und das Risiko einer Ausbreitung von infektiösen Tierseuchen abgesenkt werden. Vor dem Hintergrund des Ausbruches der Afrikanischen Schweinpest (ASP) in Brandenburg, aber auch mit Blick auf zunehmende Wildschäden in Feld und Flur, ist eine konsequente Umsetzung des Handlungsprogrammes von größter Bedeutung.

Das Auftreten der ASP in Deutschland hat schwerwiegende Folgen für schweinehaltende Betriebe und Jagende in den Restriktionszonen sowie regionale Ernteverbote zur Folge. Darüber hinaus sind alle Schweinehalter vom Preisverfall durch das Exportverbot in Drittsaaten betroffen. Eine Impfung gegen die Tierseuche ist derzeit nicht möglich. Flächendeckende Wildschweinpopulationen mit hohen Tierdichten erhöhen die Gefahr einer Einschleppung in bisher nicht infizierte Gebiete. Die Reduzierung der deutlich zu hohen Wildschweinbestände in Rheinland-Pfalz trägt daher dazu bei, das Einschleppen der Seuche bzw. deren Verbreitung im Falle des Ausbruchs innerhalb des Landes zu verhindern. Je weniger Wildschweine in einer Region leben, desto kleiner die Zahl der Tiere die erkranken können und desto besser die Bekämpfungsaussichten. Mit einer Rekordstrecke von mehr als 100.000 Tieren im Jagdjahr 2019/2020 wurde der richtige Weg beschritten der jetzt aber noch stärker weiterverfolgt werden muss.

Zur Früherkennung des Virus ist es zusätzlich absolut notwendig, Fallwild und verunfallte Wildschweine auf ASP zu beproben. Zum 20. September 2020 wurde daher die Prämie für die Beprobung von Fall- und Unfallwild durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) auf 70 EUR erhöht. Dies erfolgt laut MUEEF auch in Anbetracht der Tatsache, dass bisher eine erhebliche Differenz der in der Jagdstatistik aufgeführten Zahl von Fall- und Unfallwild und der Zahl der daraus beprobten Wildschweine vorliegt.

Handlungsprogramm Schwarzwild 2020 2021