US-Strafzölle auf Wein führen zu wirtschaftlichen Verlusten Unkonventionelle Lösungen im Sinne der Winzer erforderlich

(bwv) Mainz. Die Einführung der US-Strafzölle auf deutschen Wein im Oktober letzten Jahres führt zu negativen Auswirkungen auf den Export heimischer Qualitätsweine. Insbesondere das größte Weinanbaugebiet Rheinhessen als Hauptherkunftsgebiet für deutschen Wein im US-amerikanischen Markt ist besonders betroffen. Ingo Steitz, Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen, zeigt sich verärgert über die aktuelle Situation: „Der Streit um nicht WTO-konforme Subventionen der EU an Airbus und den USA an Boeing wird bei denen ausgetragen, die weder schuld an der aktuellen Situation sind, noch von den Zuwendungen wirtschaftlich profitiert haben.“

Die Strafzölle beeinträchtigten mittlerweile den gesamten Weinmarkt und würden zu deutlichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Insbesondere in stark exportorientierten Betrieben komme es zu hohen Kostensteigerungen, die nur teilweise an die US-Amerikanischen Verbraucher, Importeure oder Großhändler weitergereicht werden können. Der US-Markt sei sehr preissensibel und Produzenten aus anderen Ländern stünden bereit, um deutsche Lieferanten aus dem Markt zu drängen.

Bisher zeichnet sich keine Lösung in dem internationalen Handelskonflikt ab, es steht sogar die Erhöhung der aktuellen Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf 100 Prozent im Raum. Dies würde laut Steitz zum Zusammenbruch des wichtigsten Exportmarktes führen und einzelne Weingüter, welche sich in ihrem Auslandsgeschäft auf die USA spezialisiert haben, vor große Probleme stellen.

Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Entspannung und damit auch keine Lösung für die betroffenen Winzer. Steitz, der bereits kurz nach der Einführung der Strafzölle auf deren Auswirkungen hingewiesen und eine schnellstmögliche Beendigung gefordert hatte, wird das Thema noch einmal auf Bundesebene ansprechen. Anfang Februar findet hierzu ein gemeinsames Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes e.V., Klaus Schneider, beim Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium statt.

„Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben. Für eine Aussetzung der Strafzölle auf deutschen Wein, könnte die Bundesregierung etwa eine Schadensersatzzahlung in Höhe der zu erwartenden Zölle an die US-Amerikaner ins Auge fassen. Finanziert werden könnte diese aus der jährlich fließenden Dividende an die deutsche Beteiligung am Airbus-Konzern.“, so Steitz.