Unverständnis für Unterschutzstellung Landschaftsschutzgebiet in Mainz-Ebersheim rechtskräftig

(bwv) Mainz. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Stadt Mainz ist die Rechtsverordnung des umstrittenen Landschaftsschutzgebietes „Südhang und Südplateau Ebersheim“ kürzlich in Kraft getreten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) kritisiert die Unterschutzstellung der überwiegend weinbaulich genutzten Flächen, da mit ihr dauerhafte Einschränkungen für die dort wirtschaftenden Familienbetriebe verbunden sind. Dies sorgt beim Verband und seinen Mitgliedern in dem Mainzer Stadtteil sowie den angrenzenden Orten für Unverständnis, schließlich hat sich das betroffene Gebiet gerade wegen der Nutzung, Bewirtschaftung und Pflege durch die Winzer zu einer vielfältigen und reizvollen Kulturlandschaft entwickelt.

Das von den lokalen Medien und der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgte Verfahren zur Unterschutzstellung begann vor knapp zwei Jahren mit der einstweiligen Sicherstellung des Gebietes. Den darauf folgenden ersten Entwurf einer entsprechenden Rechtsverordnung konnte der BWV im engen Schulterschluss mit dem Bauern- und Winzerverein Mainz-Ebersheim deutlich entschärfen. In einem intensiven Austausch mit der Stadtverwaltung wurde eine Vielzahl an wichtigen Verbesserungen für den Weinbau und die Landwirtschaft erreicht. Trotzdem bringt das Landschaftsschutzgebiet unmittelbar Nachteile im Hinblick auf die zukunftsfähige Entwicklung der Betriebe mit sich.

Auf aktuelle und kommende Herausforderungen kann nicht mehr uneingeschränkt und in erforderlichem Maße reagiert werden. Eine kontinuierliche Anpassung der Produktionsmethoden ist aber im Hinblick auf sich verändernde klimatische und andere Bedingungen absolut notwendig, auch um das Gebiet langfristig bewahren zu können. Der Südhang und das Südplateau in Mainz-Ebersheim stellen eine wichtige Produktions- und damit Existenzgrundlage der Winzer und Landwirte dar. Sie haben daher ein ureigenes Interesse, das Gebiet in seiner jetzigen Form zu erhalten.

Der BWV appelliert vor diesem Hintergrund an die zuständige Naturschutzverwaltung bei der Anwendung der Rechtsverordnung mit Augenmaß zu agieren und die berechtigten Anliegen der Betriebe vor Ort zu berücksichtigen. Die Unterschutzstellung darf nicht zu einer schleichenden Zunahme interner und externer Zusatzauflagen führen und die Bodennutzung gemäß der guten fachlichen Praxis muss weiterhin gewährleistet werden. Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass die Betriebe in dem neuen Landschaftsschutzgebiet genauso am biologisch-technischen Fortschritt teilnehmen können wie außerhalb derartiger Schutzgebiete. Die seit jeher einem steten Wandel unterworfene ordnungsgemäße Landwirtschaft und der ordnungsgemäße Weinbau sowie die Pflege der Landschaft durch die Familienbetriebe tragen seit vielen Generationen dazu bei, dass sich die Landschaft in Mainz Ebersheim in einem vorbildlichen Zustand befindet – das soll auch in Zukunft so bleiben.