Hartelt: Unterstützung für die Landwirtschaft erforderlich Akuter Mangel an Saisonarbeitskräften setzt Betriebe unter Druck

(BWV) Mainz. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie setzt sich der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) mit Hochdruck dafür ein, dass die Produktion von regionalen Lebensmitteln trotz Restriktionen aufrechterhalten werden kann. Prioritär ist dabei aktuell die Sicherung des Einsatzes ausländischer Saisonarbeitskräfte in den Betrieben mit Anbau von besonders arbeitsintensiven Kulturen. In Rheinland-Pfalz werden vor allem für den Gemüsebau, Obstbau und Weinbau jährlich mehr als 40.000 Saisonarbeitskräfte benötigt.

Bisher ist ein Bruchteil der derzeit benötigten Erntehelfer für die startende Spargelsaison angereist. Auch das anstehende Auspflanzen von verschiedenen Gemüsesorten wird durch fehlende Arbeitskräfte behindert. Mit den Temperaturen steigt der Bedarf an Saisonarbeitskräften weiter an. BWV-Präsident Eberhard Hartelt fordert daher schnellstmöglich Lösungen für den akuten personellen Mangel in den Betrieben. Eine Einreise von Saisonarbeitskräften aus Polen und Rumänien müsse durch Regelungen auf EU-Ebene oder bilaterale Absprachen gesichert werden. Dabei seien unbürokratische und kreative Lösungen gefragt.

Der BWV-Präsident ist sich aber bewusst, dass der Bedarf an ausländischen Saisonarbeitskräften selbst bei freiem Personenverkehr nicht vollständig gedeckt werden könne. Zu groß sei die Sorge vieler Menschen sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder bei der Rückreise in ihr Heimatland mit Beschränkungen konfrontiert zu werden. Im Hinblick darauf sollten auch alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um eingereiste Saisonarbeitskräfte flexibel einsetzen zu können. Darüber hinaus müsse die Beschäftigung von Personen anderer Branchen in der Landwirtschaft vereinfacht werden.

Neben der Sicherstellung des Einsatzes von Saisonarbeitskräften sei es laut Hartelt wichtig, dass landwirtschaftliche Betriebe bei Infektion des Betriebsleiters mit dem Coronavirus weiterhin arbeitsfähig bleiben. Besonders für viehhaltende Betriebe sei dies von größter Bedeutung, da die Versorgung der Tiere auf jeden Fall gewährleistet werden müsse.

Auch wenn derzeit nahezu alle Bereiche der Wirtschaft unter erheblichen Druck stehen, müsse der Erzeugung von Lebensmitteln absoluter Vorrang eingeräumt werden. Hartelt betont, dass sich die Landwirtschaft ihrer Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung nicht nur in der aktuellen Krisensituation bewusst ist, während in Teilen der Bevölkerung das Bewusstsein für die Bedeutung der Branche stark abgenommen hat. Die Landwirte und ihre Familien werden ihrerseits alles dafür tun, dass es auch in diesem Jahr gesunde, qualitativ hochwertige Produkte aus der Region gibt und erwarten im Gegenzug dafür Unterstützung aus Politik und Gesellschaft.

Präsident Eberhard Hartelt