Hartelt: Insektenschutz nur mit der Landwirtschaft umsetzbar

(bwv) Mainz. Anlässlich der Agrarministerkonferenz, welche vom 25. bis 27. September in Mainz stattfindet, wies der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., Eberhard Hartelt, im Rahmen einer Kundgebung am 26. September 2019 gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband und weiteren Landesbauernverbänden auf die Sorgen der Landwirte in Bezug auf das geplante Insektenschutzprogramm hin.

Vor rund 2 Wochen hat die Bundesregierung ein Gesetzespaket zum Insektenschutz verabschiedet, mit dem der Einsatz von Herbiziden und bestimmten Insektiziden in Schutzgebieten verboten werden soll. Darüber hinaus soll es verpflichtende Abstände entlang von Gewässern zwischen 5 und 10 Metern geben. „Dies kommt praktisch einem Berufsverbot gleich“, kommentiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., Eberhard Hartelt, die Situation.

Gleichzeitig bedeute dies einen massiven Eingriff in das Eigentumsrecht. Rund 30 Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes Rheinland-Pfalz befinde sich in Schutzgebieten. Hier sei nach der Umsetzung eines solchen Programms keine Produktion von Lebensmitteln mehr möglich.

Die heimischen Landwirte und Winzer hätten in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Projekten freiwillig viel für den Insektenschutz getan, so Hartelt weiter. Dies müsse endlich auch in der Politik Anerkennung finden. „Die Landwirte sind verunsichert und haben große Angst vor der Zukunft“, erläuterte der BWV-Präsident die Situation. Insektenschutz könne nur gemeinsam mit und nicht gegen die Landwirtschaft umgesetzt werden.

Wer angesichts der seit Jahren niedrigen Getreidepreise bei gleichzeitigem Anstieg der Löhne erwarte, das Unkraut könne von Hand gejätet werden, verstehe weder etwas von Ökonomie noch von Ökologie. Das Ergebnis dieses Vorhabens sei vielmehr, dass die Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden können und hierauf keine Lebensmittelproduktion mehr stattfinden könne, erläuterte der BWV-Präsident.

Nach dem Motto „100 zusätzliche Auflagen, 1.000 Fragen“ demonstrierten die Landwirte im Rahmen der Kundgebung für ihre Zukunft. Mit jedem neuen Verbot und jeder neuen Auflage werde die Nahrungsmittelproduktion weiter ins Ausland verlagert. Dies sei weder für die Ökobilanz noch für die Qualität der Lebensmittel und den Insektenschutz zielführend, so Hartelt.

Anlässlich der Kundgebung demonstrierten rund 500 Landwirte aus ganz Deutschland gegen das Gesetzespaket und überreichten Staatssekretär Dr. Aeikens aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium symbolisch eine Hacke zum Unkrautjäten sowie eine Resolution mit den Forderungen des Berufsstandes. Gleichzeitig forderten sie verlässliche Rahmenbedingungen für eine sichere Zukunft. Schließlich seien es die Landwirte, die mit ihrer täglichen Arbeit die Umwelt schützen und die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft erhalten.