Hartelt: Gezerre um Glyphosat schädigt das Vertrauen in die unabhängige Wissenschaft

(bwv) Mainz. Vor dem Hintergrund der ernPräsident Eberhard Hartelteuten Verschiebung der Zulassung von Glyphosat, wirft der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV), Eberhard Hartelt, die Frage auf, was die Arbeit anerkannter wissenschaftlicher Institutionen noch wert ist, wenn diese von Teilen der Politik und Nichtregierungsorganisationen vollständig ignoriert werde. Das zuständige Expertengremium der Europäischen Union konnte sich am 9. November erneut nicht über eine weitere Zulassung einigen. Deutschland hatte sich, wie bei allen angesetzten Entscheidungen zuvor, enthalten und so eine qualifizierte Mehrheit verhindert.

Diese Haltung kritisiert der BWV-Präsident scharf, da es keine wissenschaftlich Basis für dieses Abstimmungsverhalten gebe. Sämtliche mit der Risikobewertung betrauten Behörden innerhalb und außerhalb der EU, darunter EFSA, ECHA und das BfR waren, zum Schluss gekommen, dass von Glyphosat bei sachgerechter Anwendung keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Auf Grundlage dieser Ergebnisse könne es aus seiner Sicht keine andere Entscheidung als die weitere, langfristige Zulassung von Glyphosat geben.

Laut Hartelt ist klar zu erkennen, dass die Blockadehaltung des Bundesumweltministeriums, die ein positives Votum der Bundesregierung verhindere, rein politisch motiviert sei. Dies sei gefährlich, weil so das Vertrauen der Gesellschaft in hervorragende, unabhängige Forschungseinrichtungen nachhaltig geschädigt werde. Dies habe nicht nur Auswirkungen beim Gezerre um Glyphosat, sondern auf den gesamten Zulassungsprozess von dringend notwendigen Pflanzenschutzmitteln. Das europäisch Bewertungsverfahren dauere schon heute viel zu lange und würde durch das unverantwortliche Verhalten des Bundesumweltministeriums, aber auch der Natur- und Umweltschutzorganisationen, vorsätzlich topediert.

Hartelt fordert die Politik deshalb auf, Haltung im Sinne einer wissenschaftlich fundierten Betrachtung zu zeigen und nicht vor ideologischen Kampagnen einzuknicken. Ein Verbot des Pflanzenschutzmittels wäre ein fatales Signal für alle zukünftigen Entscheidungen in den Gremien der EU – nicht nur im agrarpolitischen Bereich.