Hartelt: Forderung nach Personalabbau in der Bodenordnung ist fernab der Realität

(bwv) Mainz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV), Eberhard Hartelt, kritisiert die Forderung des Landesrechnungshofes nach einem Personalabbau in der Ländlichen Präsident Eberhard HarteltBodenordnung scharf. In ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht mahnt die Behörde einen Abbau von bis zu 160 besetzten Stellen in den zuständigen Abteilungen der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) an.

Für den BWV-Präsidenten ist diese Empfehlung fernab der Realität und spiegelt in keinster Weise die derzeitige Situation wieder. Im Gegenteil: In vielen Gemeinden würden sich dringend erforderliche Flurbereinigungsverfahren aufgrund von Personalmangel an den DLR verzögern. Die Modellrechnung des Landesrechnungshofes sei vollkommen ungeeignet, um den tatsächlichen Personalbedarf seriös zu bestimmen. Geradezu fahrlässig blieben die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse unberücksichtigt. Der Rechnungshof beweise damit einmal mehr, dass er im Hinblick auf die spezielle Agrarstruktur des Landes und deren Besonderheiten keine ausreichende Expertise besitzt.

Gerade in Rheinland-Pfalz als Realteilungsgebiet gehöre die Flurbereinigung zu den wichtigsten Strukturmaßnahmen. Die Ländliche Bodenordnung sei ein grundlegendes Element für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und dürfe unter keinen Umständen personell oder finanziell beschnitten werden. Ein wichtiger Baustein sei vor diesem Hintergrund auch die Anzahl der Dienststellen und deren regionalen Verteilung. Die komplexen Verfahren erfordern eine enge Kommunikation mit den Eigentümern und der Verwaltung vor Ort. Eine weitere Konzentration der für Bodenordnung zuständigen DLR-Standorte würde zu einer deutlich verringerten Effizienz und zu erhöhten Kosten führen.

Laut Hartelt habe es an den DLR in der Vergangenheit schon oft vorschnell Personaleinsparungen gegeben. Dies habe zur Folge, dass derzeit in der landwirtschaftlichen Offizialberatung insgesamt Personalnotstand herrsche. Die Betriebe in Rheinland-Pfalz könnten dadurch nicht mehr in ausreichender Form unterstützt werden. „Ein immer stärkerer Personalabbau an den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum ist keine Antwort auf immer größere Herausforderungen für unsere Landwirte und Winzer!“, so der Verbandspräsident. Neben neuer Regelungen, beispielsweise durch die neue Düngeverordnung, die noch einmal verschärft werden soll, würden die Auswirkungen des Klimawandels und die steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion den Beratungsbedarf stetig erhöhen.

Hier sieht der BWV-Präsident das zuständige Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in der Pflicht. Die im Bericht des Landesrechnungshofes angekündigte Erstellung eines neuen Personalentwicklungskonzeptes müsse zum Anlass genommen werden, um der aktuellen Entwicklung gegenzusteuern. Dabei sei die Personalausstattung in der produktionstechnischen Beratung deutlich zu verbessern und in der Bodenordnung auf mindestens heutigem Niveau zu belassen.