Der Berufsstand braucht eine Perspektive Agrarpolitischer Austausch mit MdEP Detjen

(bwv) Mainz. Auf Druck der Europäischen Kommission soll die erst im Jahr 2017 in Kraft getretene Düngeverordnung erneut überarbeitet werden. Aus diesem Anlass hatte der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) den Europaabgeordneten Michael Detjen zu einem agrarpolitischen Austausch eingeladen. An dem Treffen auf dem Mönch-Bischheimer Hof in Gundersheim nahmen neben BWV-Präsident Eberhard Hartelt auch der Vorsitzende des BWV-Fachausschusses Pflanzenbau, Adolf Dahlem, sowie Thorsten Wehner (SPD) teil.

Die geplante Revision der Düngeverordnung würde zu weiteren Verschärfungen führen, die erhebliche Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe im Land hätten. Gerade in Rheinland-Pfalz als kleinstrukturierte Agrarregion hätten die vorgeschlagenen Maßnahmen massive Produktionseinschränkungen zur Folge. Hartelt und Dahlem kritisierten, dass eine Überarbeitung der Verordnung ohne eine Bewertung der Wirksamkeit der aktuellen Regelungen erfolgt. Dies sei ein Vertrauensbruch und nur ein Beispiel für die fehlende Verlässlichkeit der Politik. Darüber hinaus sei im Düngerecht eine differenzierte Betrachtung der Gegebenheiten vor Ort erforderlich, um den regionalen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Dazu zähle auch die Berücksichtigung von geologischen und hydrologischen Faktoren bei der Ausweisung von sogenannten Roten Gebieten mit hoher Nitratbelastung.

Weitere Themen des Gespräches waren die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die Zukunft des Wirkstoffes Glyphosat und die Herausforderungen in den Bereichen Biodiversität, Wasser-, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. BWV-Präsident Hartelt stellte klar, dass die Landwirtschaft zu Veränderungen bereit ist und auch den Willen habe, neue gesellschaftliche Anforderungen zu erfüllen. Dies gehe aber nicht ohne die zusätzlichen Maßnahmen finanziell entsprechend zu honorieren. Darüber hinaus seien Zielkonflikte ehrlich zu benennen und tragfähige, praktikable Kompromisse zu schließen. Auch müssten wissenschaftliche Erkenntnisse wieder die Basis für politische Entscheidungen bilden. Der Berufsstand brauche eine Perspektive für die Zukunft, sonst fehle der jungen Generation die Motivation den elterlichen Betrieb weiterzuführen.