BWV begrüßt Möglichkeit der Säuerung von Most und Wein Hitzewellen führten zu starkem Säureabbau in den Trauben

(bwv) Mainz. Witterungsbedingt wird für den Weinjahrgang 2020 teilweise mit niedrigen Säurewerten gerechnet. Vor diesem Hintergrund hatte sich der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. frühzeitig für die Möglichkeit der Säuerung von Most und Wein ausgesprochen und eine entsprechende Genehmigung gefordert. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hat nun entsprechend reagiert und lässt die Säuerung von Trauben, Most, teilweise gegorenem Traubenmost, Jungwein und Wein des Jahrgangs 2020 in allen Anbaugebieten des Landes zu. Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde heute im Staatsanzeiger veröffentlicht. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. und seine angeschlossenen Weinbauverbände begrüßen dieses Entscheidung im Sinne der Weinbaubetriebe.

Aktuell durchgeführte Reifemessungen bestätigen die Einschätzungen des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., wonach die Säuregehalte teilweise deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegen. Grund dafür ist das erneute hohe Wasserdefizit in diesem Jahr durch mangelnde Niederschläge in den vergangenen Monaten in Verbindung mit zwei Hitzewellen Ende Juli und Mitte August. Diese Bedingungen haben zu einem schnellen und starken Abbau der Säure in den Trauben geführt. Die Zulassung der in den nördlichen Anbaugebieten Europas normalerweise nicht erlaubten Säuerung ist damit gerechtfertigt.

Erfahrungsgemäß werden die Winzer von der Möglichkeit zur Säuerung in den verschiedenen Anbaugebieten des Landes sehr unterschiedlich Gebrauch machen. Die Maßnahme wird auch nicht der Regelfall sein, kann aber in bestimmten Fällen durchaus sinnvoll sein und dazu beitragen die Weinqualität zu sichern.