Blauzungenkrankheit – Aktuelle Situation und Handelsbestimmungen in den Restriktionszonen

Betroffene Länder:

  • Am 12. Dezember 2018 wurde die Blauzungenkrankheit erstmals nach 2012 wieder in Deutschland festgestellt. Nachgewiesen wurde der Virustyp 8 (BTV-8) in einem Rinderbetrieb in Baden-Württemberg, im Landkreis Rastatt.
  • Für die Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter hat das einschneidende Konsequenzen, denn ein Sperrgebiet von 150 km Radius wird um den Ausbruchbetrieb herum eingerichtet.
  • Die Restriktionszone umfasst mittlerweile das gesamt Landesgebiet der Bundeländer Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz sowie zahlreiche Landkreise in Hessen und Nordrhein-Westfalen.
  • In 2019 wurden bisher 32 Ausbrüche gemeldet (Stand 24.01.2019; FLI).

Verbringungen in andere EU-Mitgliedstaaten:

  • Das BMEL hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass den Mitgliedsstaaten Niederlande, Italien und Spanien ein Memorandum zur Verbringung von unter 90-Tage alten Kälbern aus dem wegen des Auftretens von Blauzungenvirus des Serotyps 8 eingerichteten Sperrgebiets in das jeweilige Mitgliedsland unterbreitet wurde und von diesen nun geprüft wird (am 17.01.2019).
  • Das MUEEF (Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Umwelt in RP) hat das BMEL gebeten, diesbezüglich auch auf Belgien, Luxemburg und Frankreich zuzugehen und auch für Schlachttiere mit den benachbarten Mitgliedsstaaten vereinfachte Verfahren zu verhandeln.

Verbringen von Zucht-, Nutz- und Schlachttieren innerhalb des Sperrgebiets:

  • Die Tiere benötigen zum Verbringen eine Tierhaltererklärung, mit der der Tierhalter bestätigt, dass die zu verbringenden Tiere frei von Anzeichen der Blauzungenkrankheit sind.
  • Gilt für alle zu verbringenden Rinder, Schafe, Ziegen sowie Gehegewild, unabhängig vom Impf- oder Untersuchungsstatus im gesamten Sperrgebiet.

Verbringen von Wiederkäuern aus der Restriktionszone:

      • Ein Verbringen von Tieren in ein freies Gebiet (z. B. anderes Bundesland) ist auf Dauer praktisch nur noch mit Impfung möglich!
      • Derzeit bestehen (z. T. nur übergangsweise) folgende Optionen (1 – 5) (siehe Tabelle):

 

 

 

 

  • Optionen 1 – 3:
    • Impfschutz besitzt nur Gültigkeit, wenn: eine korrekte Grundimmunisierung mit zweifacher Impfung im Abstand von 21 bzw. 28 Tagen erfolgt ist.
    • Die Impfung gegen den BTV-Serotypen erfolgt ist, für den die Restriktionszone gilt.
  • Optionen 3:
    • Für das innerstaatliche Verbringen von unter 90 Tage alten Kälbern bedarf es einer Tierhaltererklärung die bestätigt, dass das Muttertier ordnungsgemäß gegen BTV-8 geimpft worden ist, und das Kalb Biestmilch des geimpften Muttertieres erhalten hat.
  • Option 4:
    • Übergangsregelung für das innerstaatliche Verbringen von ungeimpften Zucht- oder Nutztieren: (gilt vorläufig nur 28.02.2019).
    • Negative Untersuchung auf BT-Virus mittels PCR (EDTA-Blut!).
    • Probenahme innerhalb sieben Tagen vor Verbringen.
    • Gleichzeitig Repellentbehandlung der zur verbringenden Tiere.

Impfungen:

  • Die Impfung bekommt nun zusätzliches Gewicht, da alle Betriebe mit korrektem Impfschutz jetzt nicht nur ihre Tiere vor möglichen gesundheitlichen Schäden bewahren, sondern auch entsprechende Handlungsvorteile genießen.
  • In Baden-Württemberg konnte nur eine Impfabdeckung von 25 % erreicht werden.
  • Bis zum anerkannten Impfschutz vergehen ca. 3 Monate.
  • Vor dem Hintergrund des sich ebenfalls ausweitenden BTV-4 Geschehens in Frankreich wird die Impfung gegen beide Virustypen (BTV-4 und BTV-8) weiterhin dringendst empfohlen.
  • Eine mögliche Pflichtimpfung wurde bisher von Seiten des BMEL als nicht notwendig erachtet. Mittlerweile hat die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) aber eine Impfempfehlung herausgegeben. Innerhalb des DBV erfolgt eine Meinungsbildung innerhalb der nächsten Tage.

Übertragungsweg:

  • Der Erreger scheint sich trotz der Kälte weiter auszubreiten
    • Bisher ist davon ausgegangen worden, dass die Gnitzen während des Winters nur sehr selten aktiv sind.