Biodiversitätsmaßnahmen im Energiepflanzenanbau vorgestellt

„Die Landwirtschaft leistet einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte beteiligen sich an Agrarumweltprogrammen und Modellprojekten für die Artenvielfalt. Wir Landwirte wissen um die Herausforderungen in Sachen Biodiversität in der Agrarlandschaft und stellen uns dieser Verantwortung. Unsere praktische Erfahrung stellt sicher, dass die Förderung der Biodiversität und eine moderne, produktive Landwirtschaft im Einklang bleiben“, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und DBV-Umweltbeauftragte, Eberhard Hartelt, anlässlich eines gemeinsamen Feldtages vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Der Feldtag fand am 22.08.2018 in Rosendahl-Holtwick im Münsterland statt und bot einen Einblick in die Flächen des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“. Ziel des Projektes ist die Erprobung produktionsintegrierter Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt im Energiepflanzenanbau.

Auf der Schaufläche im Betrieb von Landwirt Dr. Michael Rawert-Messing können sich Bürgerinnen und Bürger anhand der Feldrandschilder über die Maßnahmen im Detail informieren. Mit dem Anbau einer Mischung aus Mais und Stangenbohnen wird beispielsweise sowohl ein hoher Energie- und Biomasseertrag erzielt, als auch ein Beitrag zur biologischen Vielfalt geleistet. Weitere Landwirtinnen und Landwirte sollen motiviert werden, die zum Teil noch wenig bekannten Maßnahmen auch in ihren Betrieben auszuprobieren. Neben Blühstreifen sind auch Untersaaten und Gemenge im Maisanbau sowie Getreidegemenge mit Blühpflanzen, die sich auch zur Biogaserzeugung eignen, auf der Schaufläche zu sehen. Die rund 50 Teilnehmenden aus Praxis, Verwaltung, Beratung und Forschung informierten sich über Möglichkeiten und Hemmnisse bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen direkt an der Schaufläche.

In dem vom DBV koordinierten Verbundprojekt „Lebendige Agrarlandschaften“ werden neben dem Teilprojekt im Münsterland auch in zwei weiteren Modellregionen Naturschutzmaßnahmen im Acker- sowie im Weinbau erprobt und weiterentwickelt. Alle in den Projekten durchgeführten Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Integrierbarkeit in die produktive Bewirtschaftung der Flächen, ihrer ökonomischen Tragfähigkeit und der ökologischen Wirksamkeit evaluiert. Erfolgreich erprobte Maßnahmen sollen auch auf andere Regionen übertragen werden. Zusätzlich wird durch den DBV eine vom Berufsstand getragene „Plattform Landwirtschaft    und Naturschutz“ aufgebaut, um Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung von produktionsintegrierten Naturschutzmaßnahmen zu unterstützen und auf regionaler Ebene die Akteure im Naturschutz zu vernetzen.

Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durchgeführt. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und durch die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert. Weitere Informationen unter www.lebendige-agrarlandschaften.de.

Bildquelle: DBV