Bauernverein Herxheim im Gespräch mit Dr. Thomas Gebhart, MdB

(bwv) Mainz. Im August trafen sich Vertreter des Ortsvereins Herxheim im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart, um sich über aktuelle agrarpolitische Themen auszutauschen. Zu dem Gespräch, an dem auch der stellvertretende Vorsitzende des BWV-Kreisverbandes südliche Weinstraße, Thomas Knecht, teilnahm, hatte der Beigeordnete der südpfälzischen Gemeinde, Hans Müller, eingeladen.

Im Fokus des Treffens auf dem Hof des Ortsvereinsvorsitzenden Matthias Detzel stand die aktuelle Situation im Zuckerrübenanbau und am Zuckermarkt. Die Landwirte kritisierten, dass deutsche Erzeuger insbesondere bei der Zulassung von notwendigen Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zu ihren Kollegen in der EU benachteiligt sind. Bestimmte Wirkstoffe, die in anderen Ländern Notfallzulassungen erhalten, stehen hierzulande nicht zur Verfügung und erschweren den Pflanzenschutz erheblich. Dies führe ebenso zu Wettbewerbsverzerrungen wie gekoppelte Zahlungen für die Produktion von Rüben, die in Deutschland nicht gezahlt werden. Eine Harmonisierung dieser Rahmenbedingungen innerhalb der EU sei daher anzustreben. Mit Sorge blickten die Herxheimer auch auf die Einstufung neuer Züchtungsmethoden als Gentechnik durch die EU. Bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels und der Herausforderung durch immer neue Schaderreger, sei dies ein falsches Signal und lasse die Züchtung in Europa ins Hintertreffen geraten.

Kritik übten die Vertreter des landwirtschaftlichen Berufsstandes auch am Freihandelsabkommen Mercosur, das europäische Standards bei landwirtschaftlichen Produkten unterlaufen würde. Durch zusätzliche Billigimporte aus Ländern, in denen Tier-, Umwelt- und Klimaschutz nur eine untergeordnete Rolle spielen, bestehe die Gefahr, dass die Märkte für Zucker und Rindfleisch noch stärker unter Druck gesetzt werden.

Darüber hinaus informierte der Bauernverein über die in der Diskussion stehende Erweiterung der Beregnung in der Südpfalz und die Situation in Herxheim vor Ort. Durch den hohen Anteil von Getreide und Zuckerrüben sei das Thema derzeit in der Gemeinde nicht akut, weil diese Kulturen nicht beregnet werden.

Während des Treffens wurde auch das derzeit schlechte Image der Landwirtschaft angesprochen. Neben den schwierigen politischen Rahmenbedingungen und den auch in diesem Jahr extremen Witterungsbedingungen belaste dies die Bauernfamilien besonders. Gebhart, MdB, sah sich hier an der Seite der Landwirtschaft. Er betonte, dass die Betriebe in Deutschland gesunde, sichere und qualitativ hervorragende Lebensmittel produzieren und sie dafür mehr Wertschätzung durch die Gesellschaft verdient hätten. Aber auch die Leistungen des Berufsstandes im Hinblick auf den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt müsse stärker gewürdigt werden. So engagieren sich in Herxheim 22 Landwirte in einem Gemeinschaftsprojekt für die Förderung der Biodiversität. Auf mehr als 70 Hektar wurden in diesem Jahr Blühmischungen eingesät und zusätzlich rund 150 Lerchenfenster angelegt. Für 2020 sind weitere Maßnahmen geplant.

v.l.n.r.: Thomas Knecht, Hans Müller, Thomas Gebhart, Matthias Detzel, Andreas Kerner, Hugo Detzel, Peter Trauth