13.564 km für Bienen & Co. Landwirte und Winzer engagieren sich für den Erhalt der Artenvielfalt

(bwv) Mainz. Landwirte und Winzer aus dem südlichen Rheinland-Pfalz haben auf insgesamt 6.782 Hektar[1] besonders wertvolle Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten angelegt. Blühende Streifen, 13.564 km für Bienen & Co.Säume an Acker- Wald- und Gewässerrändern, Honigweiden auf stillgelegten Flächen oder Brachen sind ein aktiver Beitrag der Betriebe für den Erhalt der Artenvielfalt. Darauf weist der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) zum heutigen Start des bundesweiten Aktionszeitraumes der Landwirtschaft zur Artenvielfalt unter dem Motto „WIR MACHEN das Land bunter“ hin. Die Fläche entspricht einem fünf Meter breiten bunten Band mit einer Länge von rund 13.564 Kilometern. Das würde reichen, um alle deutschen Autobahnen zum Blühen zu bringen.

Blühende Flächen bilden jedoch nur einen Teil der Aktivitäten für die Biodiversität ab. Hinzu kommen beispielsweise Landschaftselemente, Grasuntersaaten, Zwischenfrüchte und stickstoffbindende Pflanzen auf so genannten Ökologischen Vorrangflächen, die in Rheinhessen und der Pfalz im Rahmen des „Greenings“ auf mehr als 13.500 Hektar1 umgesetzt wurden. Darüber hinaus wirtschaften Landwirte und Winzer auf fast jedem dritten Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche freiwillig in Agrarumweltprogrammen.

Für BWV-Präsident Eberhard Hartelt sind diese Zahlen Beleg für ein bereits großes Engagement des Berufsstandes: „Wir setzen schon viele Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt erfolgreich um und wollen in Zukunft auch noch mehr tun. Aber die Landwirtschaft kann das nicht alleine schaffen, denn sie ist nicht alleine verantwortlich.“ Er sieht im Artenschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der jede Branche, aber auch jeder einzelne Bürger aufgerufen ist, etwas zur Lösung beizutragen.

Auch dürfe im Hinblick auf die steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an die Agrarbranche nicht vergessen werden, dass die Hauptaufgabe der Betriebe nach wie vor die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln ist. Wenn die Gesellschaft weitere Leistungen von der Landwirtschaft im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz fordere, dann müssten auch Systeme entwickelt werden, um das zu honorieren. „Wir dürfen den Bogen nicht überspannen, sonst nehmen wir dem hervorragend ausgebildeten Nachwuchs die Perspektive und Motivation für die Fortführung der Betriebe“, so Hartelt.

Dass die junge Generation beim Thema Biodiversität besonders kreativ ist, zeigt das vom BWV unterstützte Projekt #hummelwellness der Landjugend RheinhessenPfalz:  70 Blühkisten werden in Mainz verteilt und anschließend von Paten aus der Bevölkerung gepflegt. In den Kisten werden zusätzlich Betriebe vorgestellt, die Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt umsetzen. So können die Menschen in der Stadt sehen, was der Berufsstand schon leistet und gleichzeitig dafür sensibilisiert werden, dass jeder Einzelne etwas zur Biodiversität beitragen kann. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen und wird auch zur Auftaktveranstaltung am 11. Juni 2019 in Mainz erwartet.

 [1] Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2018, da sie für das laufende Jahr noch nicht vorliegen.